Neue Prüfungsordnung

Die neue Prüfungsordnung für Rettungshunde ist da

Analog der PO für den Schutzhundebereich gibt es auch für den Rettungshundesport ab Januar 2012 einige Änderungen. Manche Übungen, die in der Vergangenheit in der Ausbildung unsinnig empfunden und in der Vorführung oft belächelt wurden, sind dem Rotstift zum Opfer gefallen. Dies wurde von den Hundesportlern wohlwollend aufgenommen. Die Übung „Kriechen des Hundes“ gehört dazu. Obwohl, sie oft zur Belustigung der Zuschauer beigetragen hatte. Es sah schon komisch aus, wenn ein etwas behäbiger Hundeführer versuchte, neben seinem Hund kriechend die vorgegebene Distanz zu überwinden. Der Hund wiederum schon nach kurzer Strecke die mühselige Fortbewegungsart aufgab. Punkte gab es dafür kaum ganz zu schweigen von einer Benotung.

Die Landesgruppe Westfalen hatte geladen und zahlreiche Rettungshundesportler nutzten die Gelegenheit, in der OG Wanne-Nord aus erster Hand die Neuerungen nicht nur in der Theorie vermittelt zu bekommen. Walter Hoffmann, Bundesbeauftragter für das Rettungshundewesen im SV war maßgeblich an der Neugestaltung der Ordnung beteiligt und konnte detaillierte Auskunft zur Auslegung der Übungen geben. Wesentliche Änderungen in den Sparten der RH-E, der Eignungsprüfung (innerhalb des SV als RH1 bezeichnet) gab es nicht. Innerhalb des SV ist die RH1 als Zulassung zur RH2 der jeweiligen Sparten verpflichtend vorgeschaltet. Der Hund muss mindestens 15 Monate alt sein. Die Übung „Freilaufen mit Herankommen“ ist entfallen. Der Tunnel erfährt eine wesentliche Änderung. Beginnend mit einer 3 m langen starren Röhre (50 cm im Durchmesser) folgt abschließend ein ebenfalls 3 m langer Kriechgang aus weichem Material. Die begleitende Sprungübung über die 3 Hindernisse wurde in der Höhenangabe klar formuliert. Es gilt nunmehr 40, 60 und 80 cm zu überwinden. Hört sich leicht an, aber bei einem Freisprung über 80 cm Höhe fällt das Begleiten durch den HF sichtlich schwer.

Die Sparten in den Stufen RH A und B (SV= RH2 A und B) haben es da schon in sich. Gewandtheit und Unterordnung verschmelzen zu einer Abteilung. Neu ist die „Distanzkontrolle“. Sitz, Platz und Steh sind in dieser Übung verschmolzen. Große Anforderungen werden in der Übung „Freifolge“ nicht nur an das zu prüfende Team, sondern auch an die Helfer und mitgeführten Hunde in der Gruppe gestellt. Gleichmäßige Bewegungsabläufe der Gruppe und absolute Verträglichkeit der Hunde untereinander wollen geübt sein.

In den eigentlichen Anforderungen an ein Rettungshundeteam nähert sich die Prüfungsordnung den Anforderungen, wie sie an reale Einsatzteams gestellt werden. Die Suchtaktik ist ein wesentlicher Bestandteil geworden. Das Team muss gut auf einander abgestimmt arbeiten. Der Hundeführer muss, um zu einer hohen Bewertung der vorgeführten Leistung zu kommen unter anderem eine effektive Taktik abgestimmt auf die Qualitäten seines Hundes angeben. Einsatztaktische Übungen konnten leider in diesem Seminar nicht angeboten werden. Diesbezüglich werden unterjährig zusätzliche Seminare abgehalten.

Der großzügig angelegte Übungsplatz der OG Wanne-Nord bot für die praktischen Vorführungen das notwendige Terrain. Vorgeführt wurde in Unterordnung und Gewandtheit von den erfahren und engagierten Hundeführerinnen Sabrina Czaplewski (RH1) und Nicole Beutler (RH2). Für die Bewirtung zeichnete wie stets Charlott Hoffmann, die Seele der OG, verantwortlich.

Die Auslegung der Prüfungssequenzen wird im laufenden Jahr für reichlich Diskussion sorgen, darüber waren sich die Teilnehmer des Seminars einig. Nicht alle Übungen sind eindeutig vorgegeben. Mit besonderer Spannung wird da die bevorstehende Deutsche Meisterschaft vom 28.04. bis 01.05.2012 erwartet. Mit der Ausrichtung ist die SV Ortsgruppe Wanne-Nord beauftragt. Die Prüfung wird voraussichtlich wiederum international besetzt sein und ist als internationale IRO-Prüfung angemeldet und inzwischen auch zugeteilt worden. Seit 1998 fördert der SV als Mitglied der Internationalen Rettungshundeorganisation kontinuierlich die Rettungshundearbeit. Gemeinsam mit der FCI und dem VDH wurde in diesem Bereich eine sinnvolle Kooperation bei internationalen Aktivitäten gefunden. Ziel ist es, den Deutschen Schäferhund verstärkt im Rettungshundewesen zu präsentieren und seine überdurchschnittlichen Leistungsanlagen zur Rettung von in Not geratenen Menschen zu fördern.

Werner Schlinkert
Beauftragter für das Rettungshundewesen im SV Landesgruppe Westfalen


      

      

      


Druckbare Version
Seitenanfang nach oben